Berge und Gipfel der Alpen
Erdgeschichte

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Proterozoikum

Das Proterozoikum (von griech. prôteros = vorherig, früh; zôon = Lebewesen, früher Algonkium genannt) ist das dritte und letzte Äon der erdgeschichtlichen Entwicklung im Präkambrium. Es folgt dem Äon Archaikum (3.800  - 2.500 Ma BP).

Das Proterozoikum wird in drei Ären unterteilt:
 

 1. Paläoproterozoikum  ab 2.500 Ma BP -
 2. Mesoproterozoikum  ab 1.200 Ma BP -
 3. Neoproterozoikum  ab    630 Ma BP - 542 Ma BP
 

Atmosphäre
Kennzeichen des Proterozoikums ist das Vorhandensein einer sauerstoffreichen Atmosphäre. Schon gegen Ende des Archaikums begann der Sauerstoffgehalt der Luft abrupt zu steigen. Obwohl die Produktion von Sauerstoff durch Algen schon rund eine Milliarde Jahre zuvor begonnen hatte, wurde erst ab diesem Zeitpunkt Sauerstoff in die Atmosphäre abgegeben. Zuvor wurde dieser Prozess durch die Sauerstoffaufnahme (Oxydation) der im Meerwasser gelösten Minerale verhindert. Diese reduzierten Minerale wurden im Laufe der Zeit zu Metalloxiden oxydiert, erst dann konnte freier Sauerstoff in die Atmosphäre gelangen. Mit steigender Sauerstoffkonzentration konnte sich auch Ozon bilden, das in der Lage war, das für Lebewesen schädliche UV-Licht zu filtern. Erst der Sauerstoff machte eine Entwicklung tierischen Lebens möglich.
Auch das Klima war zeitweise bedeutend anders als heute, es gibt Hinweise auf globale Vereisungen (Schneeball Erde).

Geologie
Zu Beginn des Proterozoikums waren 50-70% der heutigen Kontinentalkruste vorhanden - die ersten Urkontinente waren entstanden.
Neben dem hypothetischen Ur-Kontinent um 3.000 Ma BP, gab es weitere nicht erforschte Kontinente wie Kenorland (2.450 Ma BP), Atlantika (2.000 Ma BP), Nena (2.000 Ma BP), Laurentia (1.900 Ma BP) sowie Columbia (1.800 Ma BP).
Die Erdkruste war in eine Vielzahl von tektonischen Platten zerbrochen, die seitdem in Bewegung sind und zwar bis heute, wenn auch nur wenige Zentimeter im Jahr. Dieses Phänomen nennt man  Kontinentalverschiebung.
Über Millionen von Jahren verschmolzen weitere Landmassen mit den Urkontinenten und schließlich entstand um 1.100 Ma BP ein erster Superkontinent - Rodinia. Der Name stammt vom russischen Rodina ab und bedeutet soviel wie "Heimatland".
Um 800 Ma BP brach Rodinia dann auseinander, ein riesiger Urozean, der Panthalassa, entstand. Aus einem Bruchstück von Rodinia entstand um 800 Ma BP der Kontinent Baltika. 
Der Mikrokontinent Avalonia entstand um 700 Ma BP durch ein Teilstück vom Superkontinent Gondwana.
Pannotia ein hypothetischer Superkontinent bildete sich um 600 Ma BP, der allerdings nicht lange Bestand hatte.

Entwicklung des Lebens
Der Name Proterozoikum zeigt an, dass es sich um die Zeit des beginnenden tierischen Lebens handelt. Fossile Reste von Lebewesen, die allerdings den heutigen bekannten Tierstämmen schwer zuzuordnen sind, wurden gefunden. Da diese ersten tierischen Formen kaum Skelette oder harte Schalen besaßen, sind viele morphologischen Strukturen nicht erhalten geblieben, ihre Formen sind schwer zu rekonstruieren. Dazu kommt, dass die Fossilführenden Schichten im Laufe der Zeit geologischen Veränderungen ausgesetzt waren. Eigentümliche Lebensgemeinschaften, wie sie in den Fossilien der bekannten Ediacara-Fauna erhalten sind, bildeten sich in den flachen, warmen Meeren in Küstennähe heraus. Mit Abschluss des Proterozoikums an der Wende zum Kambrium scheinen die meisten Stämme des Tierreichs als Ausgang für die folgende "Kambrische Explosion" bereits vorhanden gewesen zu sein.
 


Die Verteilung der Landmassen im späten Proterozoikum vor 800 Ma BP nach dem Auseinanderbrechen des Superkontinents Rodinia
Quelle: www.scotese.com

Quelle: Text Wikipedia mit eigener Modifikation

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