Berge und Gipfel der Alpen
Erdgeschichte

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Archaikum

Das Archaikum (auch Archäikum), abgeleitet von dem griechischen Wort "archaios" = uranfänglich), ist das zweite Äon der Erdgeschichte. Es erstreckt sich von 3.800 Ma BP bis 2500 Ma BP. Die veraltete Bezeichnung für dieses Erdzeitalter ist Azoikum.

Dem Archaikum geht das Äon Hadaikum voran und es wird vom Äon Proterozoikum abgelöst. Diese drei Äone bilden das Präkambrium.

Das Archaikum wird in vier Ären unterteilt:
 

 1. Eoarchaikum  ab 3.800 Ma BP -
 2. Paläoarchaikum  ab 3.600 Ma BP -
 3. Mesoarchaikum  ab 3.200 Ma BP -
 4. Neoarchaikum  ab 2.800 Ma BP - 2.500 Ma BP

In den Beginn dieses Zeitabschnittes wird der Isua-Gneis aus der Gegend von Nuuk in Grönland datiert. Erst seit 1999 weiß man, dass sogar schon vor diesem Äon - im Hadaikum - bereits Gesteine gebildet wurden. Der Älteste ist der Acasta-Gneis von 4.030 Ma BP aus dem westlichen Kanadischen Schild.
Der erste - hypothetische - Großkontinent Ur könnte sich 3.000 Ma BP aus diesen ersten hadaischen Festlandinseln (Kratonen) gebildet haben.

Obwohl lange Zeit angenommen wurde, dass aus dem Archaikum keine Fossilien erhalten sind, hat sich herausgestellt, dass schon innerhalb kürzester Zeit nach der Bildung stabiler Krustenbestandteile Evolutionsprozesse - vorerst die Chemische Evolution ab 3.800 Ma BP - begonnen haben: Makromoleküle, waren in der Lage, sich durch Anlagerungen anderer Moleküle zu vergrößern, und sich selbst zu reproduzieren. Im frühen Archaikum kann dieser Zeitpunkt des Beginns des Lebens auf der Erde angesetzt werden.

Die ältesten bisher gefundenen Chemofossilien, also fossile Spuren von Lebewesen, sind mikroskopische "Fäden" in Gesteinen die, erstmals in Südafrika entdeckt, als Überreste von 3,5 Milliarden Jahre alten Cyanobakterien gelten könnten. Später folgen dann - noch in dem Archaikum - eindeutig biogene Fossilreste.

Naturgemäß ist die Menge der findbaren Fossilien und Gesteine aus diesem Archaikum minimal, da die meisten Landmassen aus dieser Zeit, die solche Spuren tragen könnten, völlig zu feinstem Sand erodiert sind und metamorphiert Grundlage von Sedimentgesteinen wurden bzw. durch die tektonischen Bewegungen der Erdkruste in der Asthenosphäre des Erdmantels aufgeschmolzen wurden. Nur in den Kratonen und Terranen der Kontinentalkerne, die sich seit dieser Zeit nicht mehr verändert haben, besteht die Chance solche Funde zu machen.

Erst seit 1970 konvergierten die Befunde der einzelnen Geowissenschaften. Das Plattentektonik-Modell - bereits 1915 von Alfred Wegener postuliert - konnte die älteren Theorien zur Gebirgsbildung bzw. zur Struktur der Erdoberfläche ablösen und die aktuelle Sichtweise ermöglichen.

Die Atmosphäre im frühen Archaikum enthielt noch keinen freien Sauerstoff.

Quelle: Wikipedia mit eigener Modifikation

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