Berge und Gipfel der Alpen
Erdgeschichte
Copyright © Hilmar Schmitt www.berge-gipfel.de

Kambrium

Das Kambrium ist die älteste Periode in der Ära Paläozoikum und wurde von Adam Sedgwick schon in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts nach dem alten römischen Namen - Cambria für das nördliche Wales - benannt.
Das Kambrium begann 542 Ma BP und endete vor 488 Ma BP mit dem Beginn des Ordoviziums. Die Periode ist gekennzeichnet durch die "Kambrische Explosion", bei der in einem geologisch kurzen Zeitraum sehr viele mehrzellige Tierarten entstanden sind und deren grundsätzliche Baupläne sich teilweise bis heute erhalten haben.
Die Vorfahren dieser Tiere stammen aus Erdzeitaltern vor dem Kambrium, aus denen aber nur sehr wenige Fossilien bekant sind. Daher wurde der gesamte Zeitraum - von der Entstehung der Erde etwa 4.560 Ma BP bis zur Entwicklung der Tierwelt im Kambrium - als Präkambrium bezeichnet. Heute kann man diesen Zeitraum auch ohne Zuhilfenahme von Leitfossilien besser aufgliedern (siehe geologische Zeitskala).
Dennoch markiert der Beginn des Kambriums sowohl klimatisch als auch biologisch einen sehr wesentlichen Einschnitt in der Erdgeschichte, mit dem auch das Äon des Phanerozoikum begann, jener große geologische Abschnitt, in dem sich die Erde bis in unsere Zeit entwickelte.

Gliederung des Kambriums in Perioden:
 

 1. Unteres Kambrium
     (Tommotium)
 ab 542 Ma BP -
 2. Mittleres Kambrium  ab 513 Ma BP -
 3. Furongium
     (Oberes Kambrium)
 ab 501 Ma BP - 490 Ma BP

Beginn des Kambriums
Lange Zeit nahm man den Beginn des Kambriums bei etwa 600 Ma BP an, mit dem scheinbar ersten Auftreten von Fossilien. Erst in jüngster Zeit konnten auch in älteren Schichten Fossilien gefunden und untersucht werden. Noch vor 20 Jahren war der Beginn des Kambriums mit 590 bis 570 Ma BP festgesetzt, mit dem Auftreten der ersten Trilobiten und Archaeocyathiden (erste Schwämme mit Kalkskelett). Durch radiometrische Methoden wurde dieser Zeitpunkt in den letzten Jahrzehnten immer näher in Richtung Gegenwart verschoben. Etwa 542 Ma BP ergibt sich ein Einschnitt in der weltweiten Verteilung des Kohlenstoff-Isotops C-13, der mit einem grundlegenden Wechsel in der fossilen Fauna einhergeht. Durch Untersuchungen von Zirkonen in Vulkanasche-Schichten aus dem frühen Kambrium im Oman konnte der Zeitpunkt dieser C-13-Anomalie mit einer Genauigkeit von 0,3 Millionen Jahren bestimmt werden. Er wird nunmehr als Beginn des Kambriums und somit auch des Beginns der Ära Paläozoikum angenommen.

Ende des Kambriums
Als jüngste Epoche des Kambriums wurde Ende des 20. Jahrhunderts das Furongium festgelegt, benannt nach einem alten Namen der südchinesischen Provinz Hunan, welcher "Lotus" bedeutet. Das Furongium entspricht dem früheren Begriff "Oberes Kambrium". Seine erste Stufe ist das Paibium, benannt nach der Ortschaft Paibi, ebenfalls in der Provinz Huan. Weitere Stufen wurden noch nicht international festgelegt.

Paläogeographie
Gegen Ende des Proterozoikums und bis ins Kambrium hinein zerfiel der Superkontinent Pannotia in kleinere Kontinente. Die Südkontinente (Südamerika, Antarktis, Australien, Indien und Afrika) bildeten den Südkontinent Gondwana. Drei größere Kontinente, Laurentia (heute Nordamerika), Baltika (heute Nordosteuropa) und Sibiria (heute Sibirien), befanden sich als Inseln in Äquatornähe. Mitteleuropa als solches existierte noch nicht, seine Teile lagen alle in südlichen Breiten. Ein neuer Ozean, der Japetus oder Iapetus Ozean entstand, der Laurentia von Baltika trennt (siehe Bild).


Quelle: www.scotese.com

Biosphäre
Zu Beginn des Kambriums scheint eine globale Erwärmung eingetreten zu sein. Durch das Abschmelzen des Eises stieg der Meeresspiegel beträchtlich an. Die Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre war niedrige als heute, nahm aber vom Präkambrium zum Kambrium kräftig zu.
Alle modernen Tierstämme waren im Kambrium bereits vorhanden, Wirbellose wie auch Vorläufer der Wirbeltiere wie die Conodonten ab dem Mittleren Kambrium. Seither sind keine neue Tierstämme hinzugekommen. Im Kambrium entwickelten viele Arten erstmals harte Skelette und Schalen. Dies wird einerseits erklärt als Schutz vor den ersten großen Räubern, die auch zu dieser Zeit auftraten, andererseits durch das große Angebot von Kalziumkarbonat durch eine Veränderung in der chemischen Zusammensetzung des Meerwassers. Das Auftreten dieser Schalen und Skelette, die sich fossil wesentlich besser erhalten haben als die Weichteile, macht erklärbar, warum im Kambrium plötzlich so viele Tierstämme auftreten, über deren Vorfahren nichts bekannt ist. Verschiedene Korallen bilden die ersten Riffe.
Aus dem Burgess-Schiefer in den Rocky Mountains Kanadas sind viele gut erhaltene Fossilien aus dem Mittleren Kambrium bekannt, vor allem Gliederfüßler, Ringelwürmer (Anneliden), Stummelfüßer (Onychophora), Priapswürmer (Priapuliden) neben Trilobiten, Schwämme und nicht klassifizierte Fossilien.

Ein Leben auf dem Festland ist für diese Periode bisher nicht festgestellt worden.

Aus der Pflanzenwelt sind nur planktontische Algen bekannt. Die Sedimente wurden wenig durchwühlt, weil es nur wenige im Sediment lebende Arten gab (Bioturbation). Dadurch konnten sich die Algenrasen und Cyanobakterienmatten verfestigen und durch Kalkablagerungen Stromatolithen bilden. Das Land war auch von Pflanzen noch vollkommen unbesiedelt.

Quelle: Wikipedia mit eigener Modifikation

zurück zur geologischen Zeitskala
oder Pfeil zurück benutzen
Copyright © Hilmar Schmitt www.berge-gipfel.de