Berge und Gipfel der Alpen
Erdgeschichte

Copyright © Hilmar Schmitt www.berge-gipfel.de

Jura

Der Jura ist die mittlere erdgeschichtliche Periode in der Ära Mesozoikum (Erdmittelalter) des Äons Phanerozoikums.
Der Beginn wird auf 205 Ma BP, sein Ende mit 145 Ma BP angesetzt. Der Jura folgt der Periode Trias und wird durch die Periode Kreide abgelöst.
 
Gliederung des Juras in Epochen:
 

 1. Lias (Unterer Jura,
     älter: Schwarzer Jura)
 ab 205 Ma BP -
 2. Dogger (Brauner Jura)  ab 180 Ma BP -
 3. Malm (Oberer Jura,
     älter: Weißer Jura)
 ab 159 Ma BP - 145 Ma BP

Die Formation ist nach dem Juragebirge benannt, das sich durch die Schweiz, Frankreich und Deutschland zieht. Dieses Gebirge besteht hauptsächlich aus den Ablagerungen (Sedimenten), die in der geologischen Periode des Jura im damaligen Tethysmeer abgelagert worden sind. Diese Sediment wurden später im Zeitalter des Känozoikums während der Alpidischen Orogenese gehoben und aufgefaltet.

Ereignisse des Jura
Geologie
Während des frühen Jura brach der Superkontinent Pangäa auseinander, die Bruchstücke bildeten Nordamerika, Eurasien und Gondwana (Südkontinent). Der frühe Atlantik und das Tethysmeer waren noch schmal. Im späten Jura zerbrach auch der Südkontinent Gondwana.
In Deutschland sind die Zeugenberge markante Überreste des Jura, in denen die drei Gesteinsschichten (Lias, Dogger, Malm) gut erhalten sind. Ein aufschlussreiches Beispiel ist der Hesselberg am Rande der Fränkischen Alb.

Fauna
Anders als noch im Film "Jurassic Park" dargestellt, spielten unter den Landlebewesen nicht nur die Dinosaurier, sondern auch bereits erste Vögel und Säugetiere eine Rolle. Viele der im Film dargestellten Dinosaurierarten sind erst aus der Kreide bekannt.
Der Jura stellt die erste Blütezeit der Dinosaurier dar. Auch in Deutschland wurden Fußspuren (Barkhausen) und Skelettreste von Dinosauriern aus der Jura (Ohmdenosaurus, Compsognathus) entdeckt. Der nur katzengroße Compsognathus von Jachenhausen bei Riedenburg galt lange Zeit als der kleinste Dinosaurier der Erde.
Eine bekannte Fundstätte für Fossilien des Lias oder Posidonienschiefers (z. B. Ichthyosaurier, Plesiosaurier, Krokodile, Fische, Seelilien, Ammoniten) ist Holmaden bei Kirchheim, am Fuß der Schwäbischen Alb. Das dort ansässige Urweltmuseum Hauff hat Weltgeltung.
Der Urvogel Archaeopteryx wurde in Gesteinsschichten des Malm (Oberer Jura) gefunden, bislang ausschließlich auf der Fränkischen Alb, insbesondere bei Solnhofen und Eichstätt.
Aus dem Jura stammt auch das bisher älteste Säugetier-Fossil, Hadrocodium wui. Neuere Funde aus dem Dogger (Brauner Jura) im nordostchinesischen Kiulongshan-Gebirge (Innere Mongolei, Provinz Ningcheng, Daohugou) haben die bisherigen Vorstellungen über die Säugetierwelt des Mesozoikum nachhaltig verändert.

Flora
Die Flora war von den Gymnospermen hauptsächlich von Nadelholzgewächsen dominiert, namentlich von Mammutbäumen und Kiefern, aber auch Ginkgobäume und Palmfarne dienten als Schattenspender und Nahrungsquelle. Das Jura wird auch als Zeitalter der Palmfarne (Cycadeen) genannt, da diese wohl "überall" zu finden waren. Als Bodendecker wuchsen Farne und Schachtelhalme. Bis zu den Funden von Archaefructus liaoningensis galt die Kreide als Beginn der Entwicklung von Angiospermen (Blütenpflanzen). Diese Pflanzenteile wurden in den 145 Millionen Jahre alten Schichten der Yixian-Formation im Nordosten Chinas gefunden, welche noch zum Malm (Oberen Jura) zählen.

Klima
Das Klima im Jura war warm, Spuren großer Inlandseisschichten wurden nicht gefunden. Wie in der Trias befand sich kein festes Land in der Nähe der geographischen Pole.

Quelle: Wikipedia mit eigener Modifikation

zurück zur geologischen Zeitskala
oder Pfeil zurück benutzen
Copyright © Hilmar Schmitt www.berge-gipfel.de