Die Pfalz
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Allgemeines über die Pfalz
Die
Pfalz ist eine Region in Südwestdeutschland und liegt im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.
Quelle: Text Wikipedia
Name und geschichtliche Entwicklung
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Der Name leitet sich von dem römischen Hügel Palatin ab, auf dem in der Antike der Palast des Kaisers stand. Eine Pfalz (lat. palatium) bezeichnete im Mittelalter einen temporären Verwaltungssitz, an dem der Monarch Station machte, wenn er sein Herrschaftsgebiet bereiste. Die Verwaltung einer solchen Pfalz oblag einem Pfalzgrafen (lat. comes palatinus). Den Pfalzgrafen bei Rhein kam schon früh eine herausragende Stellung zu, da der südwestdeutsche Raum zu den Stammlanden der damals herrschenden Adelsgeschlechter, vor allem der Karolinger, Salier und Staufer, gehörte. Später wurde die Bezeichnung Pfalz auf das ganze vom Amtsinhaber verwaltete Gebiet übertragen. Erst nach der Aufteilung im frühen 19. Jahrhundert wurde das rechtsrheinische (badisch gewordene) Gebiet als Kurpfalz und das linksrheinische, bayerisch gewordene als (Rhein)Pfalz bezeichnet.

Nach den Napoleonischen Kriegen und dem Wiener Kongress (1815) kam die territorial neu umrissene linksrheinische Pfalz 1816 als Rheinkreis an das Königreich Bayern. Es handelte sich dabei um eine Entschädigung für die Gebiete rechts des Inns und die Stadt Salzburg, welche Bayern im Münchener Vertrag vom 14. April 1816 an Österreich abgetreten hatte. Versuche, auch die rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz (mit Mannheim und Heidelberg) für das Haus Wittelsbach zurückzugewinnen, waren nicht erfolgreich.

Kreishauptstadt der Pfalz wurde Speyer. Im Jahr 1835 verfügte der bayerische König Ludwig I., dass die Verwaltungseinheiten der mittleren Ebene nicht mehr entsprechend dem französischen Vorbild nach Flüssen, sondern nach historischen Bezugspunkten benannt werden sollten. Der „Rheinkreis“ wurde daher in „Pfalz“ umbenannt. Der während der bayerischen Zeit aufgekommene Name Hinterpfalz für die Westpfalz wird heute offiziell nicht mehr verwendet. „Rheinpfalz“ stand lange Zeit für das pfälzische Weinbaugebiet; seit dem 27. August 1993 lautet die Bezeichnung für dieses Anbaugebiet ebenfalls „Pfalz“.

Innerhalb des Königreichs Bayern genoss die Pfalz eine rechtliche und administrative Sonderstellung, da die bayerische Regierung wesentliche Errungenschaften der französischen Zeit beibehielt. So blieb in der Pfalz die Grundherrschaft aufgehoben (was im rechtsrheinischen Bayern erst 1848 geschah), die Trennung von Verwaltung und Justiz war bis auf die unterste Ebene (Landkommissariate und Landgerichte) durchgesetzt und die völlige Gewerbefreiheit in Kraft. Überdies galt der Code civil bis zum Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) im Jahr 1900 als Zivilrecht der Pfalz. Ein Historiker beschreibt die Beziehung zwischen dem rechtsrheinischen Bayern und der sonderberechtigten Pfalz als ein Verhältnis von „Hauptstaat und Nebenstaat“. Unter dem Einfluss der französischen Julirevolution von 1830 kam es 1832 auf dem Hambacher Schloss beim damaligen Neustadt an der Haardt zu einer großen Freiheitskundgebung, die als Hambacher Fest in die Geschichte einging. Die Forderungen nach politischen Mitspracherechten gingen weiter, als die bayerische Verfassung von 1818 vorsah. Es handelte sich aber um keine ursprünglich auf die Pfalz, sondern auf Deutschlandund die deutsche Nation bezogene Veranstaltung.Kelten, Römer und Germanen
ährend des 1. Jahrtausends v. Chr., in der Latènezeit, war das Gebiet der heutigen Pfalz von Kelten bewohnt. Kurz vor der Zeitenwende eroberten die Römer alle linksrheinischen Gebiete und förderten die Ansiedlung von Germanen. Die Römer wurden in der Spätzeit ihrer Herrschaft um 400 durch eindringende Germanen vom Stamm der Alemannen abgelöst, diese im Verlauf eines knappen Jahrhunderts durch ebenfalls germanische Franken.

Vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches

Im Mittelalter wurden im pfälzischen Raum zahlreiche Burgen gebaut. Damals zählten weite Teile der Pfalz zu den Stammlanden der zunächst karolingischen, später salischen und staufischen Kaiser, bis die anfänglich personengebundenen Lehen erblich wurden. Der Trifels bei Annweiler, ab 1113 Reichsburg Trifels, beherbergte bis 1298 mehrmals und über längere Zeit die Reichskleinodien; sie war damit eine der wichtigsten Burgen im gesamten Reich. Ab 1214 wurde das Adelshaus der Wittelsbacher mit seinen verschiedenen Linien die bestimmende Kraft der Region und stellte bei der Königswahl eine Kurstimme. Der größte Teil der späteren Pfalz gehörte bis 1803 zum wittelsbachischen Kurfürstentum Pfalz bei Rhein, kurz Kurpfalz Diese führte spätestens seit dem frühen 13. Jahrhundert den Pfälzer Löwen im Wappen.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestanden in der Region allerdings mehrere Territorien. Neben den schon genannten linksrheinisch-pfälzischen Gebieten des Pfälzer Kurfürsten waren dies vor allem das für eine wittelsbachische Seitenlinie geschaffene Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und das Hochstift Speyer. Das Gebiet um Kirchheimbolanden unterstand dem Haus Nassau. Daneben existierten kleinere reichsgräfliche und ritterschaftliche Territorien (z. B. Leiningen und Sickingen) und nicht zuletzt die Freien Reichsstädte Speyer sowie Landau. Die Kurpfalz (einschließlich ihrer großen rechtsrheinischen Anteile um Mannheim, Heidelberg, Weinheim sowie im Odenwald und an der Bergstraße) wurde noch vor der Französischen Revolution mit dem späteren Königreich Bayern vereinigt, als dort die altbayerische Linie der Wittelsbacher ausstarb und 1777 Kurfürst Carl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach das Erbe in München antrat. Die Vereinigung mit dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken wurde dann 1799 vollzogen, als Carl Theodor kinderlos starb und der aus Zweibrücken stammende spätere bayerische König Maximilian als Alleinerbe alle wittelsbachischen Territorien in Deutschland vereinte.

Während der Reformation trat die Herrscherfamilie der Kurpfalz zum protestantischen, genauer zum calvinistischen Glauben über; erst der aus einer Seitenlinie stammende Philipp Wilhelm brachte 1690 dem Adelshaus den katholischen Glauben zurück. Auf diese Weise bestanden in der historischen Kurpfalz drei Konfessionen – katholische, lutherische und die reformierte (calvinistische) – nebeneinander, was im Alten Reich einen seltenen Ausnahmefall darstellte.

Ebenfalls aus einem konfessionellen Konflikt entstand der Dreißigjährige Krieg (1618–48), in dem die Pfalz zu den am meisten in Mitleidenschaft gezogenen Territorien überhaupt gehörte und etwa drei Fünftel ihrer Bevölkerung verlor. Dem verwüsteten Land fehlte es danach zum Wiederaufbau vor allem an Menschen. Der aus dem Exil in London zurückgekehrte Kurfürst Karl I. Ludwig, Sohn des Winterkönigs Friedrichs V. und der Elisabeth Stuart, versuchte, mittels materieller Anreize die über andere Regionen zerstreuten Pfälzer zurückzuholen und warb zusätzlich massiv um „Kolonisten“ aus anderen Regionen und Ländern. So gelang es, Bauern und Handwerker aus Frankreich, Holland, England, Schottland und vor allem aus der Schweiz und Tirol in der Pfalz anzusiedeln. Die Rückwanderer und vor allem die Zuwanderer brachten ihre Kenntnisse und Erfahrungen aus ihren Ländern mit und die Pfalz erlebte, ähnlich wie das später im großen Stil durch die Kolonisten in Nordamerika geschah, innerhalb von zwei bis drei Jahrzehnten einen beachtlichen Aufschwung. Die Zuwanderer aus all den unterschiedlichen Ländern wurden offenbar in relativ kurzer Zeit integriert und man kann sehen, dass in den Adern der heutigen Pfälzer Blut von vielen europäischen Völkern fließen kann. Wenige Jahrzehnte nach dem beschriebenen Aufschwung erfolgte jedoch im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 die Plünderung und Zerstörung der Pfalz durch Truppen des französischen Generals Mélac, der den Auftrag seines Kriegsministers Louvois ausführte: „Brûlez le Palatinat!“ („Brennt die Pfalz nieder!“)

In den Jahren 1717 bis 1732 erlebte die Pfalz ihre bis dahin größte Auswanderungswelle, als etwa 3000 Mennoniten aus religiösen Gründen nach Nordamerika übersiedelten. Viele Nachfahren der ausgewanderten Pfälzer sprechen mit dem Pennsylvania Dutch noch heute eine vorwiegend auf pfälzischen Dialekten aufbauende Sprachvariante, die sie „Mudderschbrooch“ oder „Deitsch“ nennen.

Französische Zeit

Im Verlauf der französischen Revolutionskriege wurden in den 1790er Jahren die gesamten linksrheinischen Gebiete und damit auch die heutige Pfalz von französischen Truppen besetzt. Über verschiedene Abkommen vom Frieden von Lunéville (1801) bis zum Reichsdeputationshauptschluss (1803) wurde das linksrheinische Deutschland formal und völkerrechtlich Teil der Französischen Republik. Die meisten pfälzischen Territorien wurden mit anderen Gebietsteilen (unter Einschluss dessen, was nach 1815 als „Rheinhessen“ bezeichnet werden sollte) im 1798 neugebildeten Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) zusammengefasst und als integrierter Bestandteil des französischen Staates verwaltet. Die rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz dagegen gingen im Großherzogtum Baden auf. Als Napoleon, der sich 1804 zum französischen Kaiser erhoben hatte, nach seinen siegreichen Schlachten gegen Preußen und dessen Verbündete 1807 nach Paris zurückreiste, wurde ihm im pfälzischen Neustadt, das nunmehr „französische“ Kantonshauptstadt war, ein triumphaler Empfang bereitet. 1809] folgten 63 bzw. 66 Familien, die überwiegend aus der durch die Napoleonischen Kriege verheerten Südpfalz stammten, der Einladung von Zar Alexander Iund wanderten nach Russland aus, wo sie die Mutterkolonie Landau gründeten. Die meisten Familien der Pfälzer kamen aus den Kreisen Germersheim, Bergzabern, Landau und Pirmasens, die meisten der Elsässer aus dem Kanton Weißenburg.

Bayerische Zeit

Nach der gescheiterten Märzrevolution von 1848 und der Frankfurter Nationalversammlung organisierten pfälzische Revolutionäre im Mai 1849 einen Aufstand gegen die bayerische Regierung. Ziel war die Schaffung einer Pfälzischen Republik und die Annahme der Paulskirchenverfassung. Die Erhebung wurde innerhalb weniger Wochen von preußischen Truppen fast kampflos niedergeschlagen.

Die Herrschaft des bayerischen Königshauses wurde durch Bauprojekte wie die königliche Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben und die umfassende Restauration des Doms zu Speyer zum Ausdruck gebracht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Pfalz Teil der Französischen Besatzungszone und ging dann nach Verordnung Nr. 57 des französischen Oberkommandos im 1946 neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz auf.

 Die Pfalz umfasst 5451,13 km² und hat etwa 1,4 Mio. Einwohner.

Im Westen grenzt die Pfalz an das Saarland, im Nordwesten an den Hunsrück, nordöstlich an Rheinhessen mit dem Alzeyer Hügelland, die östliche Grenze zu Hessen und Baden bildet der Rhein, und im Süden erstreckt sich das Elsass.
Der zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen gehörende Pfälzerwald bedeckt ein Drittel der Region und ist mit 1771 km² die größte zusammenhängende Waldfläche Deutschlands. Der höchste Berg der Pfalz ist der im Nordpfälzer Bergland gelegene Donnersberg (687 m ü. NN); der tiefste Punkt (87,3 m) liegt auf der Gemarkung der Stadt Frankenthal und befindet sich nur wenige hundert Meter vom Rhein entfernt.
Gewässer machen lediglich 1,26 % der Fläche der Pfalz aus. 61 % davon liegen in den am Rhein gelegenen Städten und Kreisen; hier ist die Landschaft stark von Altrheinarmen und Baggerseen geprägt. Die pfälzische Hauptwasserscheide verläuft inmitten des Pfälzerwaldes etwa von Südsüdwest nach Nordnordost. Die nach Osten entwässernden großen Wasserläufe – Lauter (Wieslauter), Queich und Speyerbach – fließen direkt zum Rhein; der Schwarzbach nimmt seinen Weg nach Westen, sein Wasser erreicht schließlich über Blies, Saar und Mosel ebenfalls den Rhein. Der Glan tritt im Westen in die Pfalz ein und fließt in nordöstlicher Richtung durch das Nordpfälzer Bergland. Bei Meisenheim verlässt er die Pfalz wieder und mündet schließlich in die Nahe. Mit anteiligen 68 km auf Pfälzer Boden ist der Glan, abgesehen vom Grenzfluss Rhein (gut 80 km), der längste Wasserlauf der Region.

Herkömmliche Einteilung der Pfalz

Die Westpfalz ist klimatisch rauer als die Vorderpfalz und umfasst die Südwestpfälzische Hochfläche, die Westpfälzische Moorniederung und den Westteil des Nordpfälzer Berglandes. Landkreise der Westpfalz (mit Kfz-Kennzeichen) sind Landkreis Kaiserslautern (KL, Verwaltungssitz Kaiserslautern), der Landkreis Kusel (KUS), der Landkreis Südwestpfalz (PS, Verwaltungssitz: Pirmasens) sowie die kreisfreien Städte Kaiserslautern (KL), Pirmasens (PS) und Zweibrücken (ZW).

Die
Nordpfalz ist ein hügeliges bis bergiges Land, das vom Massiv des Donnersberges überragt wird. Sie ist sehr dünn besiedelt, die größten Orte Eisenberg, Kirchheimbolanden und Rockenhausen haben jeweils weniger als 10.000 Einwohner. Sie besteht mit dem Donnersbergkreis (Kfz-Kennzeichen KIB, Verwaltungssitz Kirchheimbolanden) aus einem einzigen Landkreis, der 1969 durch Zusammenlegung der vorherigen Kreise Kirchheimbolanden und Rockenhausen geschaffen wurde.

Die Vorderpfalz liegt in der Ebene zwischen dem Oberrhein und der Haardt, dem östlichen Rand des Pfälzerwaldes. Den Übergang zwischen Ebene und Gebirge bildet das schmale Hügelland beiderseits der 85 km langen Deutschen Weinstraße, das den größten Teil des pfälzischen Weinbaugebietes ausmacht. Sie weist bei weitem die größte Siedlungsdichte auf, auch die meisten größeren Städte sind hier zu finden. Zudem liegt in der Vorderpfalz das bevölkerungsreichste Dorf Deutschlands, Haßloch, das mehr als 20.000 Einwohner hat. Landkreise und kreisfreie Städte der Vorderpfalz (mit Kfz-Kennzeichen) sind der Landkreis Bad Dürkheim (DÜW), der Rhein-Pfalz-Kreis (RP, Verwaltungssitz: Ludwigshafen) sowie die kreisfreien Städte Frankenthal (Pfalz) (FT), Stadt Ludwigshafen am Rhein (LU), Neustadt an der Weinstraße.

(NW) und Speyer (SP).

Der Landkreis Germersheim (GER), der Landkreis Südliche Weinstraße (SÜW, Verwaltungssitz: Landau) sowie die Stadt Landau in der Pfalz (LD) gehören im weiteren Sinne ebenfalls zur Vorderpfalz, da sie auch in der Ebene zwischen dem Oberrhein und der Haardt liegen. Kulturell bilden sie - zusammen mit dem östlichen Teil des Landkreis Südwestpfalz - jedoch eher die Südpfalz.

Touristische Einteilung

Abweichend von der herkömmlichen Untergliederung teilt die Tourismusbranche die Pfalz in vier Regionen ein und verwendet auch eigene Schöpfungen bei Namen und Schreibweise:

  • Pfälzer Bergland – Die „Urlaubsregion Pfälzer Bergland“ ist weitgehend mit dem Nordpfälzer Bergland identisch.
  • Naturpark Pfälzerwald – Der „Naturpark Pfälzerwald“ ist im Osten um die Haardt vermindert, im Westen jedoch um die Südwestpfälzische Hochfläche und die Westpfälzische Moorniederung erweitert.
  • Ferienregion Deutsche Weinstraße – Die „Ferienregion Deutsche Weinstraße“ umfasst das Hügelland an der Deutschen Weinstraße, zu dem im Westen noch die Haardt und im Osten auch größere Teile der Rheinebene hinzugenommen werden.
  • Urlaubsregion Rheinebene – Die „Urlaubsregion Rheinebene“ ist im Westen um die der „Ferienregion Deutsche Weinstraße“ zugerechneten Gebietsanteile verkleinert.

Quelle: Text Wikipedia

 


Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von www.pfalzwochenende.de

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