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Hambacher Schloss
Neustadt an der Weinstraße, Stadtteil Hambach

Quelle: Wikipedia, Author: Sansculotte
Hambacher Schloss von Südosten (Rheinebene)

Das Hambacher Schloss (früher auch Kestenburg bzw. Maxburg) beim Ortsteil Hambach der rheinland-pfälzischen Stadt Neustadt an der Weinstraße wurde im Mittelalter als Burg erbaut und in der Neuzeit schlossartig ausgestaltet. Es gilt wegen des Hambacher Festes, das dort 1832 stattfand, als Symbol der deutschen Demokratiebewegung.

Das Hambacher Schloss liegt auf dem nach ihm benannten Schlossberg, einem 325 m hohen Vorberg der Haardt, die den Ostrand des Pfälzerwaldes bildet. Von hier aus bietet sich ein weiter Blick etwa 200 m hinunter auf die Rebenhügel beiderseits der Deutschen Weinstraße und auf die sich östlich anschließende Oberrheinische Tiefebene. Deswegen beherrschte die Anlage sowohl als Schutz- wie auch als Raubritterburg die sich bei Neustadt kreuzenden Handelswege und ebenfalls die Nordroute des vorderpfälzischen Abschnittes des Jakobsweges

Frühe Geschichte

Die ursprüngliche Anlage stammte aus dem 11. Jahrhundert und gehörte zum Eigentum der Salier. Der Speyerer Bischof Johannes I. († 1104), der verwandtschaftlich mit den Saliern zusammenhing, vermachte die Burg dem Bistum Speyer, dem sie über Jahrhunderte, bis zum Ende der Feudalzeit gehörte. Viele Speyerer Bischöfe haben zeitweise hier residiert; Nikolaus von Wiesbaden empfing am 12. Juni 1388, in der Burgkapelle, die Bischofsweihe.

1552 eroberten Truppen des Markgrafen und Söldnerführers Albrecht Alcibiades die Burg und brannten sie nieder. Durch Bischof Marquard von Hattstein erfolgte ein notdürftiger Wiederaufbau. Die Anlage diente von nun an einem bischöflichen Förster als Domizil.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die marode Veste 1688 von den Franzosen niedergebrannt und blieb Ruine. Lediglich die dem Hl. Michael geweihte Burgkapelle baute man nochmals auf und weihte sie am 9. Juli 1723 wieder. Französische Revolutionäre plünderten diese am 30. Juli 1794 erneut und zerstörten sie. Die dort bisher von den Gläubigen verehrte Figur des Erzengels Michael banden sie dabei zum Spott an den Schweif eines Pferdes und ritten damit durch die Straßen. Die gesamte Burgruine fiel zunächst an den französischen Staat, später an das Königreich Bayern.

Hambacher Fest

1832 wurde die Schlossruine durch die viertägige Protestveranstaltung von etwa 30.000 Menschen zum Schauplatz der frühen Demokratiebestrebungen auf deutschem Boden.

Anlass war die Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung über Repressionsmaßnahmen der bayerischen Verwaltung. Diese hatte in den Jahren nach 1816 wichtige Errungenschaften zurückgenommen, die dem Volk in der Zeit der Besatzung durch Frankreich gewährt worden waren. Nachdem die bayerische Obrigkeit eine strenge Zensur eingeführt und politische Kundgebungen verboten hatte, gaben die Organisatoren die Veranstaltung als „Volksfest“ aus. Die Pfälzer fanden Unterstützung bei zahlreichen anderen Volksgruppen und Einzelpersonen. Seit jenem Fest gilt das Hambacher Schloss als Sinnbild der Demokratie in ganz Deutschland.

Wiederaufbauprojekt Maximilians von Bayern

1842 machten die königstreuen Eigentümer die Burgruine dem bayerischen Kronprinzen und späteren König Maximilian II. zum Hochzeitsgeschenk. Seither wird das Schloss im Volksmund auch „Maxburg“ genannt. 1844 begann Bayern mit dem Wiederaufbau, zu dem August von Voit die Pläne lieferte. Obwohl dieser entsprechend dem Zeitgeschmack keine Rekonstruktion der mittelalterlichen Burg beabsichtigte, zeigen die Pläne zum neugotischen Schlossbau in Anlehnung an Hohenschwangau einen vergleichsweise behutsamen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. So gehört von den so neugotisch anmutenden Erkern der Fassade der linke tatsächlich zur mittelalterlichen Burg. Frei erfunden sind an der Fassade lediglich das Maßwerk der Fenster und der Zinnenkranz. Bereits zwei Jahre nach Baubeginn gerieten die Arbeiten ins Stocken und kamen endgültig in den Revolutionsjahren 1848/49 zum Erliegen. Ausgeführt wurde lediglich die Hauptfassade des Wohnbaus sowie als Torso der seitlich und rückwärtig vom Hauptbau gelegene Altan. Über mehr als ein Jahrhundert blieb das Hambacher Schloss eine offene Bauruine.

Quelle: Text Wikipedia mit Links. auf meine Seiten  www.meine-heimat-pfalz.de
Vorbeiführende Wanderwege:
(roter Strich) Neuleiningen - Siebeldingen


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