Burgen
der Pfalz
und angrenzende Gebiete
Copyright © Hilmar Schmitt

Burg Neudahn
Dahn

Burg Neudahn
Blick von einem Aussichtspunkt auf der gegenüberliegenden Talseite auf dem Weigelfels.

Foto Hilmar Schmitt Aufnahme mit Zoom vom 31.10.2010

Die Burg Neudahn im südwestlichen Pfälzerwald erhebt sich am Nordende eines lang gestreckten Bergrückens nahe der Stadt Dahn. Der Kernbereich der Burg befindet sich auf einem der Sandsteinfelsen, wie sie für das Dahner Felsenland typisch sind.

Neudahn liegt 2 km nordwestlich von Dahn rechts der Lauter, die hier am Oberlauf noch Wieslauter genannt wird, auf einem Ausläufer des Kauertberges etwa 90 m über der Talsohle. Der Burgfelsen erreicht 310 m, die Unterburg 290 m. Direkt unterhalb der Burg mündet der Moosbach, der dort zum früheren Betrieb einer Mühle zu einem kleinen Woog aufgestaut ist, von rechts her in die Wieslauter.


Der Name „Neudahn“ ist etwas verwirrend, weil die Burg älter ist als Grafendahn in der Dahner Burgengruppe, wenn auch jünger als Altdahn. Ihre Lage befähigte sie zu Schutz und Sperre der dort durch das Wieslautertal führenden Straße, auf deren Trasse heute nebeneinander die B 427 und die Wieslauterbahn verlaufen.

Wahrscheinlich wurde die Burg um 1240 im Auftrag des Bischofs von Speyer errichtet. Der ausführende Ministeriale war Heinrich von Dahn, der auch als Heinrich Mursel von Kropsberg belegt ist. Vermutlich erhielt er die Burg von Beginn an zu erblichem Lehen. Sein zweiter Name wie auch spätere Erbgänge deuten darauf hin, dass verwandtschaftliche Beziehungen in die Südpfalz – Kropsburg, Burrweiler – bestanden.

Erstmals genannt wurde die Burg am 3. Mai 1285 als Burg Than, wobei aus der Aufzählung der zugehörigen Güter in der Urkunde ersichtlich wird, dass es sich um Neudahn handeln muss.


Bereits hundert Jahre nach dem Bau der Burg starb Mursels Familie aus, und die Burg ging in den Besitz der verwandten Altdahner Linie über. Vermutlich im Vierherrenkrieg 1438 niedergebrannt und danach wieder aufgebaut, wurde die Anlage im Bauernkrieg 1525 erneut sehr mitgenommen. Da allerdings 1552 König Heinrich II. von Frankreich auf der Burg übernachtete, dürfte sie zuvor nochmals gründlich renoviert worden sein. Nachdem der letzte Dahner Ritter 1603 auf Burg Geisberg bei Burrweiler verstorben war, fiel Neudahn an das Bistum Speyer zurück. Fortan diente die Burg dem bischöflichen Amtmann als Dienstsitz, bis französische Truppen sie 1689 zu Anfang des Pfälzischen Erbfolgekrieges endgültig zerstörten.

Heute präsentiert sie sich dem Besucher im Wesentlichen in derjenigen Gestalt, die sie in den Renovierungs- und Ausbauphasen der Zeit nach 1525 und nach der letzten Zerstörung angenommen hat.

Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen fanden in den 1970er Jahren statt. Die Anlage wird betreut von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer, und zählt neben dem Berwartstein zu den am besten erhaltenen Burgen des südlichen Pfälzerwaldes.

Links von der ehemaligen Toranlage im Südosten sind noch Reste eines Turmes von 7 m Durchmesser zu finden. Von diesem Turm verlaufen nach Westen, dann nach Norden abknickende Teile einer starken Wehrmauer, die an der steilen Nord- und Nordostseite des Hanges völlig abgegangen ist. Sie führte zu dem Flankierungsturm an der Nordseite der Anlage.

Von der ältesten – spätstaufischen – Burg sind auf dem senkrecht abgearbeiteten, knapp 20 m hohen Kernfelsen lediglich noch eine Zisterne am westlichen Ende und die südlichen Mauern des kleinen Palas mit Fenster- und Türanlagen zu finden. Am nordwestlichen Ende des Burgfelsens nach Süden hin lag ein spätmittelalterlicher Wohnbau, westlich davon ein Brunnen. Ein ehemals verputzter Treppenturm aus derselben Zeit, an der nordwestlichsten Kante des Burgfelsens, führt empor zur Oberburg. Der aktuelle Eingang im Erdgeschoss ist, wie bei vielen Burgen, wohl nicht authentisch und dürfte für heutige Besucher angelegt worden sein, wofür auch die Jahreszahl 1975 über dem Eingang spricht. Er liegt zudem außerhalb des inneren Burgtores. Der historische Eingang ist an der Innenseite des Tores links daneben in größerer Höhe zu sehen.

Das beherrschende Bild der Burg liefern die beiden etwa 24 m hohen viergeschossigen Batterietürme aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der westliche durchmisst etwa 7 m, der östliche etwa 10 m, die Mauerstärke beträgt etwa 3 m. Zwei Geschützöffnungen des südlichen Batterieturms zeigen vermutlich Schlangenköpfe mit aufgerissenem Maul in Anspielung auf den zeitgenössischen Kanonentyp der Feldschlange.

Zur Fortsetzung des Burgbergs nach Ostsüdost hin wurde die Anlage durch eine keilförmige Bastion geschützt, die ebenfalls als „Erkennungszeichen“ von Neudahn gilt. Die Form sollte verhindern, dass Geschosse frontal aufprallten. Sie schützte die Oberburg an dem dort flacher verlaufenden Berghang. Die Bastion und die Geschütztürme zeigen, dass im ausgehenden Mittelalter wesentliche Umbauten an der Burg erfolgten und die Burgherren damit der Einführung von Feuerwaffen Rechnung trugen.

Quelle: Text Wikipedia

Erreichbar:
Von Hinterweidenthal kommend, die B 427 Richtung Dahn, dann die Abfahrt "Neudahner Weiher" abfahren und am Neudahner Weiher parken. . Von dort ausgeschildert  ca. 15 Minuten steil bergauf. Markierung (roter Strich). Der schmale und steile Wanderpfad führt zunächst durch das Dahner Felsentor, das man auch umgehen kann.

Mein letzter Besuch 24.03.2010

Vorbeiführende Wanderwege:
(roter Strich) Internationaler Fernwanderweg Donnersberg - Donon
   Burgen Wanderweg

 

Zwecks Vergrößerung und Text, das jeweilige Bild anklicken.
 

zurück zur Übersicht Burgen
oder Pfeil zurück benutzen
Copyright © Hilmar Schmitt