Burgen
der Pfalz
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Burg Kleinfrankreich 290 m
Erlenbach bei Dahn

Burg Kleinfrankreich
Batterieturm mit Schießscharte und davor der restaurierte Brunnen.
Foto Hilmar Schmitt Aufnahme vom 03.06.2010

Kleinfrankreich, auch Klein-Frankreich geschrieben, ist eine Burgruine im Dahner Felsenland oberhalb der Gemeinde Erlenbach bei Dahn im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz.

Die Hangburg liegt auf der nördlichen Hangseite des 325 m hohen Nestelberges. Rund 260 m nördlich, jenseits eines sattelförmigen Seitentales, befindet sich die Burg Berwartstein. Im Westen, an der Abzweigung vom Haupttal, das von der Aue des Erlenbachs gebildet wird, ist das Seitental muldenartig verbreitert und wird vom Volksmund „Leichenfeld“ genannt.

Wie Kleinfrankreich zu seinem ungewöhnlichen Namen kam, ist bis heute ungeklärt; allerdings liegt es vom Berwartstein aus in Blickrichtung Frankreich, dessen heutige Grenze nur 7 km entfernt ist. 1511 wurde es urkundlich als Thurm Frankreich erwähnt.

Es wurde 1484 durch den Ritter Hans von Trotha, später im Volksmund auch als Hans Trapp bezeichnet, als Außenposten des Berwartsteins errichtet. Als Vorwerk diente es dazu, das „Leichenfeld“, die einzige Stelle, an der die damaligen Belagerungskanonen nahe genug am Berwartstein aufgestellt werden konnten, aus Norden (Berwartstein) und Süden (Kleinfrankreich) von zwei Seiten unter Feuer zu nehmen. Tatsächlich wurde der Berwartstein bis zum Jahre 1591, als er nach einem Blitzschlag ausbrannte und für drei Jahrhunderte unbewohnbar wurde, trotz diverser Versuche niemals wieder erobert; dies dürfte auch auf die Existenz der Hilfsburg zurückzuführen sein.

Nachdem die Hauptburg schon Jahrzehnte lang verlassen war, wurde das Vorwerk im 17. Jahrhundert, entweder im Dreißigjährigen Krieg oder im Pfälzischen Erbfolgekrieg, erheblich beschädigt. Mit der Restaurierung der Überreste wurde im Jahr 2005 begonnen.

Recht gut erhalten ist der Stumpf eines großen Batterieturmes von 14 m Durchmesser und ursprünglich ebensolcher Höhe. Seine Mauerstärke beträgt 3,20 m; die Steinquader weisen zum Teil Zangenlöcher auf. Die Erdgeschossmauer ist von drei Schießscharten durchbrochen, das erste Stockwerk von vier. Durch die Öffnungen konnte mit Hakenbüchsen und kleinen Geschützen geschossen werden. Die Dachplattform war breit genug, Feldschlangen aufzustellen, deren längere Rohre die Zielgenauigkeit erhöhten.

Nördlich des Turmes finden sich die Reste einer Ringmauer, die ihn früher umgab, unmittelbar nordöstlich liegt ein verfüllter Brunnen.

Kleinfrankreich war mit der Hauptburg durch einen unterirdischen Gang verbunden, der über den Großteil der Strecke ein mit Steinplatten abgedeckter und mit Erde und Bepflanzung kaschierter Graben war; er ist fast durchweg eingestürzt.


Quelle: Text Wikipediahttp://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Klein-Frankreich mit Links auf meine Interetseiten.

Erreichbar:
Mit dem Auto nach Erlenbach bei Dahn und dem Wegweiser Burg Berwartstein folgen bis zu einem kleinen gebührenfreien Parkplatz unterhalb der Burg. Der Straße in Richtung des Sportheimes ein paar Meter bis zu den rechts abzweigenden Wegen folgen. Den mit der Nr. 1 markierten aufsteigenden Weg folgen und nach einigen Minuten auf A1 links zur Burg. Insgesamt ca. 10 Minuten Gehzeit.

Mein letzter Besuch 21.12.2008. Einige Bäume in der näheren Umgebung waren gefällt. Durch den mit einer Gittertüre versperrten Zugang konnte ich erkennen, dass eine Holztreppe installiert wird.
 

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